Wieder leben lernen

Unzählige Menschen haben in Ihrer Geschichte ein Trauma erleben müssen. Eine existenzielles oder lebensbedrohliches Erlebnis, eine Situation, in der die betreffende Person nicht mehr handlungsfähig war und der Organismus reflexartig mit Erstarrung reagiert hat.

Wer das Glück hat, nach einem solchen Erlebnis gut aufgefangen zu werden und das Trauma „verdauen“ zu können, wird wahrscheinlich keine bleibenden Beeinträchtigungen davon tragen.

Leider ist dies meist nicht der Fall. Die absolute Überforderung bleibt im Organismus bestehen und das Erlebnis kann mental nicht verarbeitet werden. In der Folge kann es zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung kommen, die u.a. Symptome wie Schlafstörungen, innere Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Rückzugstendenzen mit sich bringt. Die innere Panik, die das Erlebnis auslöst, verhindert die zusammenhängende Erinnerung und die  betreffende Person wird von Fragmenten aus dem Erlebten blitzartig und unkontrollierbar überfallen.

In der Traumatherapie können diese Fragmente zusammengeführt, das Erlebnis verarbeitet und integriert werden. Eine Herangehensweise ist dabei die bilaterale Stimulation durch Sinnesreizen (EMDR). Hierdurch wird die Verarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen neu in Gang gebracht und führen sie weiter zur Vollendung. Die Erfahrungen können in einen sinnvollen Kontext gestellt und ins Bewusstsein integriert werden, so dass sie nicht länger als bedrohliche Schattenspiele im Unbewussten virulent sind. Das Innere kann zur Ruhe kommen und das Leben wird nicht länger vom Trauma bestimmt, auch wenn dieses ein Teil des gelebten Lebens bleibt.